MODUS VON GEZEITEN - Gedanken zur Kunst

Leere.
Linie zu Farbe.
Farbe zu Raum.
Verdichtung.
Reduktion.
Leere.

Meine meist großformatigen, expressiven Werke erzeugen Resonanz im Raum.
Präsent arbeiten die Farben vor der Leinwand und das Bild als Gesamtes.
Rhythmus, Bewusstwerdung, Dynamik, Leichtigkeit — zentrale Leitmotive meines farblichen Wirkens.

Meine Farbpräsenzen sind frei von erzählerischen Erinnerungen und der Illusion des Motivischen.
Sie sind Reduktion aller Informationen, die mir als Künstlerin zur Verfügung stehen. Ausdruck einer Transformation von Realitätsbruchstücken.

Ein MODUS innerer GEZEITEN. Ein Takt des Kommens und Gehens von Gekanntem und Unbekanntem — ein natürlicher Rhythmus, der sich im Schaffensprozess ausdrückt und bis in die Betrachtung ausdehnt. Es geht um Momentaufnahmen, die in Farbe übersetzt sind. Und Klang davon. Sie brauchen nur sich selbst.

Jedes Bild ist die Erinnerung an ein Ursein und unabsolutes Zeitgefüge, das sich im Moment der Betrachtung neu formiert und gleichzeitig zeitlich ordnet.

Mein Werk ist Ausdruck einerseits meines Anspruchs an mich, die Übersetzung der eigenen Realität in die Zweidimensionalität zu zwingen und andererseits eine Einladung an den Betrachter zur Auseinandersetzung mit sich selbst. Dabei finden unbewusste Transformations- und Übergabeprozesse von Schaffendem und Betrachter statt. In der Betrachtung und der Wahrnehmung von Abstraktion ist der Sehende mehr als sonst auf seine ureigene Realität zurück geworfen. Dem stehen die eigenen Realitäten der Schaffenden gegenüber. Informationen werden ausgetauscht, überlagert, neu bewertet, neu geschaffen. Sie verbleiben als Ahnung.

In der Auswahl der Materialität, der Formfindung und der dynamischen Ausführung entsteht ein Spannungsfeld zwischen Schwere und Leichtigkeit. Zwischen Ruhe und Lebendigkeit. Dabei folgen die Farben ihrem ganz eigenen Klang.

Sie modellieren am Ende den Raum.

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